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Fundsachen: Das verlieren Fahrgäste in Bus, Bahn und Carsharing-Autos

15. August 2016

Vergesslichkeit scheint in unserer Natur zu liegen. Wie viel in Bus und Bahn verloren wird, lässt sich kaum erahnen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beispielsweise, kommen jährlich im Schnitt auf ca. 60.000 Fundsachen – das sind rund 165 Verluste am Tag. Diese lassen sich vom Wert sehr unterschiedlich taxieren: Von der angebrochenen Zigarettenschachtel bis zum MacBook lassen Fahrgäste alles liegen.

Holt der Besitzer die Fundsache ab, atmet er auf, während sich der rechtmäßige Finder über einen Finderlohn freuen kann. Der steht ihm sogar rechtlich zu, in der Regel sind es 5% vom Wert des Fundes. Welche Gegenstände es regelmäßig in die Fundbüros des ÖPNV und der Carsharing-Anbieter schaffen, lest ihr in dieser Liste.

Die Klassiker

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Oft glaubt man sie verloren zu haben, dann tauchen sie wieder auf: Schlüssel und Portemonnaie. Wenn man sie dann doch mal verliert und die Gegenstände nicht im Fundbüro abgegeben werden, schmerzt es doppelt und dreifach. Schlüssel müssen nachgemacht und Chipkarten neu ausgestellt werden. Auch Handys, Schmuck, Accessoires und kleinere Kleidungsstücke wie Handschuhe oder Mützen werden sehr häufig in Eile oder Bierseligkeit in der Bahn liegen gelassen und zählen somit zu den Klassikern der Fundsachen.

Wichtige Dokumente

Viele Nachtschwärmer gehen mit der Strategie aus dem Haus, nur Bargeld und Personalausweis mitzunehmen – um nichts zu verlieren. Aber gerade dann fällt der Ausweis unbemerkt aus der Hosentasche, genauso wie einzelne Monatskarten, EC- oder Krankenkassenkarten. Der Verlust personenbezogener Dokumente kommt allein in den Transportmitteln der Berliner Verkehrsbetriebe so häufig vor, dass dort täglich über 100 Karten abgegeben werden.

Rucksäcke und Taschen

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Taschen sind ebenfalls ein Dauerbrenner in den Fundbüros. Den Blick auf den Bildschirm des Smartphones gebannt und darum fast die Haltestelle verpasst, bleiben Sack und Pack oft unter dem Sitz zurück. Selbst wenn man am Bahnsteig bemerkt, dass etwas fehlt: Wenn die Türen sich schließen, sinken so manche Köpfe.

Tablets und Notebooks

Beim Carsharing hat man genügend Platz, um seine Siebensachen auszubreiten. Manchmal ist zu viel Raumangebot dann doch zu viel des Guten: Ein Gegenstand in der Größenordnung eines Laptops oder Tablets sollte eigentlich auf dem Beifahrersitz auffallen. Vergessen werden sie dennoch sehr häufig.

Fahrräder

Der Verlust eines Fahrrades in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Haltestellen muss einem besonders schweren Fall von Tagträumerei zugeschrieben werden. In zahlreichen Depots der Deutschen Bahn und städtischer Verkehrsbetriebe warten einsame Fahrräder auf ihre Besitzer.

Kuriose Fundstücke

Fast jeder hat schon einmal eines der oben genannten Besitztümer verloren. Doch was die Verkehrsbetriebe manchmal aus den Wagons fischen, lässt selbst erfahrene Fundbüro-Mitarbeiter aufhorchen. Abgegeben wurden schon Gebisse, Rollstühle, Beinprothesen, Hörgeräte oder Glasaugen, die hoffentlich unversehrt an ihre Besitzer zurückgingen. Das extravaganteste Fundstück, das zurzeit im Fundbüro der BVG auf seinen Besitzer wartet, ist eine Mandoline.

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Einige Fundstücke bieten Zündstoff für kuriose Stories: In einem Carsharing-Auto unseres Partners car2go wurde einmal ein Verlobungsring gefunden. Es ist nicht überliefert, ob das Schmuckstück vor oder nach dem Heiratsantrag vergessen wurde. Zu hoffen ist, dass der Bräutigam in spe seinen Antrag dennoch machen konnte.

Ob herrenlose Gegenstände abgegeben werden, hängt von der Ehrlichkeit des Finders ab. Bei einem Ehrlichkeitstest von Reader’s Digest wurden in diversen Städten fast alle verlorenen Handys wieder zurückgegeben, die vorab mit Absicht deponiert wurden. Ob der Finder arm oder reich war, spielte überraschenderweise keine Rolle. Damit kann auch ein Hoch auf alle Finder ausgesprochen werden, die die Erstellung dieser Liste erst ermöglicht haben. Demnach: Immer schön ehrlich bleiben!

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