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Smart Highways – Von intelligenten Verkehrssystemen und schlauen Straßen

24. Januar 2017

Schon in rund 35 Jahren werden fast doppelt so viele Menschen in Städten leben. Mit ihnen steigen die Anforderungen an Mobilität und intelligenten Verkehrssystemen. Viele pendeln bereits heute nicht nur zwischen ihrer Wohnung und dem Büro, sondern haben ein Meeting in Hamburg, das Büro in Stuttgart, ihre Wohnung in Ludwigsburg und den Partner in Berlin. Erhöhtes Verkehrsaufkommen und damit zusammenhängend Luftverschmutzung und Lärmbelastung sind die Folge. Die Verkehrssysteme der Zukunft benötigen immer effizientere und störungsfreie Abläufe – smarte Lösungen müssen her.

Von der ersten Ampel zur Smart City

Was 1868 mit der weltweit ersten Ampel begann, ist heute ein Zusammenspiel aus komplizierten Verkehrsleitsystemen. Doch um dem Ansturm auf mehr Mobilität auch in Zukunft gewachsen zu sein, setzen Stadtplaner vermehrt auf die Smart City. In den Städten der Zukunft sind vom Verkehr bis hin zum Wohnungsbau alle Bereiche miteinander vernetzt.
In den Smart Cities kommunizieren zum Beispiel Wohnanlagen mit Elektrizitätswerken und Straßen mit ihren Verkehrsteilnehmern, um bei Spitzenlasten perfekt zu funktionieren und gleichzeitig Ressourcen zu schonen.

Schnelle Datenübertragung und feinfühlige Sensoren

Die Straßen der Zukunft sollen mitdenken können und beispielsweise mit einem interaktiven Beleuchtungskonzept jederzeit für ausreichend Licht sorgen oder die Verkehrsteilnehmer vor gefährlichen Wetterlagen und Wildwechseln warnen. Die Smart Highways füttern außerdem die Bordcomputer der Fahrzeuge in Sekundenbruchteilen mit Informationen rund um alle Umweltfaktoren und können so in Zukunft für weniger Staus und Unfälle sorgen.

Für das intelligente und vernetzte Verkehrssystem der Zukunft kommunizieren Straßen nicht nur mit ihrer Umgebung, sondern sie reagieren: spontan, smart und intuitiv. Es wird bereits heute an Ideen gearbeitet, die Verkehrsteilnehmer bei Frost und Glätte warnen: Mit Hilfe einer Spezialfarbe auf dem Asphalt, die nur bei Minusgraden sichtbar wird, könnten Autofahrer Blitzeis sofort erkennen und reagieren.

Design and Light – 4. Whenever cars drive at night along a stretch of the N329 near Oss, a city in the southern Netherlands, the road ahead is illuminated, not by conventional lights, but colourful lines that appear on the tarmac. These Glowing Lines were developed by the Dutch designer Daan Roosegaarde in collaboration with the construction company Heijmans as part of the Smart Highway project to make our roads safer, more efficient, easier to navigate and less environmentally damaging. They are made with a specially developed photo-luminescent coating, which charges itself by consuming enough solar energy during daylight to glow for up to ten hours at night. On cloudy days, the energy is topped up by solar panels. Roosegaarde and Heijmans are also developing interactive road lights, which will illuminate as vehicles approach and dim when they have driven past, and pin-wheel generators powered by the draughts created by passing traffic. These new technologies could have a dramatic effect in reducing the cost of road lighting and its carbon emissions, which account for a third of the total in many European countries. #design #designandlight #smarthighway #glowinglines @heijmansnl @roosegaarde

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Intelligente Beleuchtung in den Niederlanden und die A9 als Teststrecke

Was nach Zukunftsvision klingt, wird schon heute auf den Straßen in die Praxis umgesetzt. In den Niederlanden sind bereits Teilabschnitte der Autobahn mit einer besonderen Leuchtfarbe und LEDs ausgestattet: Leitplanken und Fahrbahnstreifen leuchten gut sichtbar in grün und sorgen für bessere Orientierung im Dunkeln. Aufgeladen wird das System tagsüber mit Solarkraft. Die weitere Planung sieht vor, dass Sensoren erkennen sollen ob Streckenabschnitte befahren werden oder nicht – und die Beleuchtung entsprechend intelligent und energiesparend gesteuert werden kann.

Auch die A9 zwischen München und Nürnberg wird derzeit zu einer digitalen Teststrecke umgebaut. Sensoren sollen die Bewegungsdaten aller Fahrzeuge anonym speichern. Durch die Analyse des Verkehrsflusses sollen in Zukunft Staus oder Unfälle vermieden werden.

Intuitiver Verkehr mit spontanem Richtungswechsel

Bereits heute kennen wir im Bereich der Logistik die dynamischen Lagerhaltung: Hier kann sich ein Laptop mit einer Dekokerze eine Regaleinheit teilen – und Waren ordnen sich ohne Festplatz dynamisch im Chaossystem ein. Ein vergleichbares Konzept könnte in Zukunft auch für unser Verkehrssystem gelten: Eine Spur könnte sich je nach Bedarf spontan in die entgegengesetzte Richtung ändern oder die Einkaufsallee zum Parkplatz werden. Ein Szenario, das derzeit nur in Filmen wie „Star Wars” oder „Das fünfte Element” Realität ist. Und das Silicon Valley geht sogar schon einen Schritt weiter, denn dort forschen bereits einige Firmen an fliegenden Autos.

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