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„Und Action!“ – Berühmte Filmschauplätze in Deutschland

17. November 2016

Vom roten Teppich auf der Berlinale bis zu den Filmstudios von Babelsberg und Bavaria – Deutschland ist ein Filmland. Damit sind nicht die allgegenwärtigen Krimis am Sonntagabend gemeint: Immer mehr internationale Regisseure entscheiden sich dafür, hier ihre Filme zu drehen. Wenn man im Kinosessel sitzend Hollywood-Stars durch die eigene Stadt laufen sieht, stellt sich ein irgendwie surreales Gefühl ein: „Da bin ich doch gestern noch mit der U-Bahn lang gefahren!“ Film ab, hier sind einige der spannendsten Drehorte in Deutschland.

1. „Bridge of Spies“ am Flughafen Tempelhof und Glienicker Brücke in Berlin

Ein Film, der auf historischen Gegebenheiten beruht, sollte möglichst an eben diesen Orten gedreht werden. In „Bridge of Spies“ steigt Oscar-Preisträger Tom Hanks auch wirklich am Flughafen Tempelhof aus dem Flugzeug, passiert den Checkpoint Charlie und läuft über die Glienicker Brücke an der Grenze zu Potsdam. Hier tauschten die USA und die Sowjetunion während des Kalten Krieges tatsächlich mehrfach gefangene Agenten aus. Die tolle Kulisse des geschichtsträchtigen Berlins stiehlt Hanks fast die Show.

2. „Wer ist Hanna?“ im alten Spreepark Berlin

In „Wer ist Hanna?“ flüchtet die junge Hanna durch Berlin Kreuzberg, bevor es im ehemaligen Vergnügungspark an der Spree zum Showdown mit ihrer Verfolgerin kommt. Der heute verwilderte Spreepark bildet die unheimliche Kulisse dafür – voller rostiger Achterbahnen und überwucherten Märchenhäusern. Mittlerweile wurde der Park verkauft, aber wer mit dem Fahrrad um das Gelände fährt, kann noch viele alte Attraktionen entdecken.

3. „James Bond – Der Morgen stirbt nie“ in Hamburg

Pierce Brosnan bewahrt die Welt in „Der Morgen stirbt nie“ als Edelspion James Bond vor einem größenwahnsinnigen Medienmogul. Die Macher des Filmes nahmen es mit der Realität jedoch nicht so genau und so öffnete sich die Tür des Hotel Atlantic, das eigentlich an der Alster liegt, ins Parkhaus an der Steinstraße am Hauptbahnhof. Die wilde Verfolgungsjagd endete damit, dass Bond sein Auto per Fernsteuerung vom Parkdeck runter auf die Mönkebergstraße krachen ließ: Ein ziemlich weiter Sprung, selbst für ein Bond-Auto.

4. „Grand Budapest Hotel“ in Görlitz

Das Städtchen Görlitz liegt einen Tagesausflug von der Hauptstadt entfernt an der deutsch-polnischen Grenze. Von Filmliebhabern bereits „Görliwood“ getauft, wurden in der malerischen Altstadt schon zahlreiche Filme produziert, darunter Wes Andersons skurrile Tragikomödie „Grand Budapest Hotel“. Die Innenaufnahmen drehte Anderson im Warenhaus Görlitz, einem alten Jugendstilhaus, das jahrelang leer stand und 2017 als Edelkaufhaus wiedereröffnet werden soll.

5. „Inglourious Basterds“ in Berlin

Auch Starregisseur Quentin Tarantino produzierte bereits in Berlin. Für „Inglourious Basterds“ wählte er die Filmstudios Babelsberg, drehte jedoch auch in der Stadt selbst. Die berühmte „Apfelstrudel-Szene“, in der Hans Landa (Christoph Waltz) auf die Kinobesitzern Shosanna trifft, wurde im Stammhaus des Café Einstein in der Kurfürstenstraße aufgenommen. Das Gespräch zwischen Aldo Raine (Brad Pitt) und Landa, als – Spoiler Alert! – sich dieser ergibt, fand in Clärchens Ballhaus in Kreuzberg statt, wo man noch heute seinen Kaffee am gleichen Tisch trinken kann.

Natürlich steht Berlin in der Liste der beliebtesten Filmschauplätze ganz oben. Schon Matt Damon lief in seinen Bourne-Filmen über den Alexanderplatz und Jennifer Lawrence kämpfte im letzten Teil der „Die Tribute von Panem“-Reihe in der orangefarbenen Unterführung am Messedamm gegen Mutanten. Aber auch die Insel Sylt wurde bereits als Drehort in Szene gesetzt, als Ewan McGregor in Roman Polanskis „Der Ghostwriter“ durch die Dünenlandschaft irrt. Es gibt also reichlich berühmte Drehorte in Deutschland, die nicht nur für Filmfans einen Besuch wert sind.

Viel Spaß beim Entdecken der Filmschauplätze!

Beitragbild: GBiP#2 von visiondrops, CC BY-ND 2.0

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