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Parkplätze zu Grünflächen! Warum Carsharing mehr Lebensqualität bedeutet

14. September 2016

Das Auto ist ein beliebtes Statussymbol der Deutschen. In einer Zeit, in der gesteigerte Mobilität und situative Lebensentwürfe vorherrschen, eigentlich ein Widerspruch. Inwieweit ist Teilen sinnvoller und nachhaltiger als Besitzen? Kann Carsharing aktiv zu einer gesteigerten Lebensqualität beitragen? Diese Argumente sprechen jedenfalls dafür.

Der Platzbedarf der Autos

Durchschnittliche steht ein Auto 23 Stunden am Tag still und besetzt in dieser Zeit öffentlichen Raum. Dabei würde durch das Teilen der Autos ein Bruchteil der PKWs reichen, um den Bedarf an Mobilität besonders in Großstädten zu decken. Eine Menge Parkraum könnte so frei werden, über den sich besonders Fußgänger und Radfahrer freuen würden. Ihre Wege wären dann deutlich seltener zugeparkt und die Verkehrs- und Lebensqualität für einen großen Teil der Verkehrsteilnehmer stiege stark an.

Was man alles mit diesem Platz sonst noch tun könnte, davon gibt uns der Park(ing) Day jedes Jahr am dritten Freitag im September einen Vorgeschmack. Künstler, Designer und Anwohner erobern an diesem Tag die Parkflächen mit kreativen Ideen zurück: vom gemütlichen Mittagessen auf mitgebrachten Klappstühlen bis zu aufwendigen Installationen. Der Park(ing) Day zeigt, wie schon ein bisschen Renaturierung oder eine Parkbank auf einer Grünfläche das Stadtbild deutlich verschönern könnten.

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Foto: Herman Miller Grand Rapids Park(ing) Day 9-19-08 von Steven Depolo, CC BY 2.0

Positive Umweltbilanz durch Carsharing

Egal ob Free-Floating-Systeme wie car2go oder Sharing-Flotten mit festem Stellplatz: Die Ökobilanz eines geteilten Autos ist deutlich besser, als wenn jeder von uns ein Auto besäße. Zum einen müssen viel weniger – und oftmals sparsamere – Autos produziert werden, was sich schnell positiv im individuellen CO2-Rucksack bemerkbar macht.

Zusätzlich rentieren sich bei gemeinsamer Nutzung Elektro-Autos deutlich schneller als im Privatgebrauch. Viele Carsharer rüsten ihre Flotten um und reduzieren so nicht nur den Feinstaub in der Stadt, sondern auch die Verkehrslautstärke erheblich. Das alles sind wichtige Faktoren für die urbane Lebensqualität, zu der Carsharing aktiv beitragen kann.

Mehr Geld trotz hoher individueller Mobilität

Am Ende ist es auch ein Rechenspiel: Wie viel kostet mich das eigene Autos im Vergleich zu der tatsächlichen Nutzung? Wenn Anschaffung, Steuern und Parkgebühren wegfallen, zahle ich nur noch für die Fahrten, die ich auch tatsächlich antrete. Im Schnitt lässt sich so eine Menge Geld sparen, die man wiederum in wirklich wichtige Dinge investieren könnte.

Natürlich ist es noch ein weiter Weg, bis eine kritische Masse erreicht und Parkplätze zu Grünflächen werden. Doch die Vorteile des Carsharings liegen auf der Hand. Dabei geht es nicht nur um individuelle Vorteile, sondern um eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität, von der wir alle profitieren.

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