Bewegen

Sharing is caring: Ein moderner Knigge in Zeiten der Sharing Economy

6. Juni 2016

Shakespeare hielt Teilen für keine gute Idee – und dennoch sharen wir heute im ganz großen Stil, wie zahllose Start-Ups aus der Sharing Economy beweisen. Das Prinzip „Geben und Nehmen“ scheint simpel, doch bei den Manieren hat der ein oder andere Nachholbedarf. Dieser kleine Knigge schafft Abhilfe!

Carsharing

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Wenn ihr euch über Carsharing ein Auto ausleiht, dann solltet ihr es so sauber hinterlassen, wie ihr es vorgefunden habt. Nur wenn alle Nutzer diesem Gedanken folgen, kann der Carsharer die Servicequalität hochhalten. Zum guten Ton bei flinkster, car2go und Co. gehört es, die Wagen nicht unnötig zu reservieren und damit für andere zu blockieren. Absolutes No-Go: Das Parken eures Leihwagens außerhalb des erlaubten Gebietes. Dafür zahlt ihr drauf.

Tauschbörsen

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„Kein Borger sei, und auch Verleiher nicht“, schrieb Shakespeare einst im Hamlet. Ein wohlgemeinter Ratschlag, über den wir im 21. Jahrhundert nur schmunzeln können. Über unzählige Plattformen bieten Menschen heute Dinge zum Tausch an. Zu den Verleih-Klassikern zählen Akku-Bohrer, Schleifmaschine oder Saftpresse. Nach deren Benutzung – und das erfordert die Etikette – solltet ihr die Gegenstände sofort und aus eigener Initiative wieder zurückbringen. Ganz schlechter Stil: Kaputte oder beschädigte Geräte anbieten oder abgeben. Tauschbörsen setzen auf gegenseitiges Vertrauen. Halten sich alle daran, profitieren auch alle vom Sharing-Gedanken.

Übernachtungen

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Das kostenlose Übernachten bei Unbekannten stellt für viele keine Not, sondern ein Lebensgefühl dar. Weil die Nacht auf dem Sofa kostenlos ist, kommt eine Gegenleistung in Form eines Gastgeschenkes immer gut an – sei es die sich anbietende Flasche Wein oder das Versprechen am Abend zu kochen. Gute Manieren bei der Übernachtung sind auch bei Airbnb oder 9flat gewünscht: Hier solltet ihr die Wohnung besenrein hinterlassen, damit der Gastgeber weniger Arbeit mit der Reinigung hat – schließlich wollt ihr, dass euer Gastgeber auch in Zukunft noch Lust hat, seine Wohnung anzubieten.

Klamotten

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Die Generation Kleiderkreisel vertraut auf den unendlich großen Internet-Kleiderschrank. Das endet nur deshalb nicht im Chaos, weil die Nutzer der Tauschbörse auf die Sharing-Etikette achten. Oberstes Gebot beim Klamottentausch: Das Kleidungsstück geht sauber und gewaschen in die Post. Dreckige, durchlöcherte Klamotten zieht niemand gerne an!

Bücher

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Lesen soll Spaß machen! Gebt demnach nur Bücher in die Tauschbörse, die sich im lesbaren Zustand befinden. Gekritzel, wirre Notizen und herausgerissenen Seiten stören den Lesefluss. Denkt auch daran verliehene Bücher wieder zurückzuschicken, denn in Online-Bücherbörsen stellt die Nichtersetzung eines Buches kein Kavaliersdelikt dar. Bücher könnt ihr aber auch ganz Old School offline tauschen. Zu diesem Zweck stehen in nahezu jeder Stadt öffentliche Bücherregale. Nicht vergessen: Das Tauschprinzip beinhaltet das Geben und Nehmen – selbst wenn ihr den „Faust“ nur gegen „Shades of Grey“ eintauscht.

Nahrungsmittel

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Regel Nummer Eins beim Teilen von Lebensmitteln: Gebt nichts an andere weiter, was ihr nicht selbst essen würdet! Foodsharing ist nicht dafür da, um unliebsame Produkte loszuwerden. Vielmehr geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit Essen. Vorausschauend handelt ihr, wenn ihr nur so viel nehmt, wie ihr wirklich essen könnt – ohne es selbst wegzuwerfen. Bei schnell verderblichen Lebensmittel schrillen die Alarmglocken sofort: Eier, Fleisch, Fisch oder Milchprodukte, die das Verbrauchsdatum überschritten haben, solltet ihr wirklich wegschmeißen. Produkte mit leicht überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum könnt ihr prüfen und entscheiden, ob ihr sie teilen wollt.

Die meisten Sharing-Dienste unterbinden schlechte Manieren schon in ihren AGB – und doch kommt es auf die individuelle Haltung eine jeden Sharers an, um das Teilen zu einem positiven Erlebnis zu machen.

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